Aktuelle Neuigkeiten

  • Fäden, die miteinander verbinden

    Mrz 27, 2017

    Johanna Taravaky kann Ihnen bestätigen, dass ihre handbetriebene, schwarz und goldfarben lackierte Nähmaschine von Singer auch wirklich singt.
    Johanna Taravaky kann Ihnen bestätigen, dass ihre handbetriebene, schwarz und goldfarben lackierte Nähmaschine von Singer auch wirklich singt.

    Im Außenbereich der Beach Bar von Mele Bay sind mehrere Holztische zusammengeschoben worden, an denen insgesamt acht Gäste Platz genommen haben. Sieben Personen kommen aus Neuseeland und eine Person aus den Vereinigten Staaten. Auf der einen Seite des Tisches nehmen vier Frauen Platz. Auf der anderen Seite sitzen drei Männer und eine Frau. Im Gegensatz zu den umherspazierenden sandigen Sonnenanbetern hat sich diese Gruppe in der Bar von Vanuatu getroffen, um geschäftliche Dinge zu besprechen. Die Männer gehören zur Rotary-Organisation Neuseelands. Während ihres Besuchs in Vanuatu haben sie von dem Projekt Threads Across the Pacific gehört, einem Nähprojekt von Kiwanis, das ebenso wie sie seinen Ursprung in Neuseeland hat. Einer der Männer, ein Journalist, ist angereist, um mit Caroline Mason, einem Kiwanis-Mitglied aus Neuseeland, die das Projekt Threads Across the Pacific leitet, ein Interview zu führen. Während sich die beiden über das Projekt unterhalten, stecken die Frauen auf der anderen Seite des Tisches ihre Köpfe zusammen. Es geht um wichtige Dinge, spannende Aussichten. Bei Chips und Pizza beginnt eine rege Unterhaltung. 

    „Wenn die Breite 700 sein soll, dann müssen es auch 700 sein.“

    „Ja, das wird es auch. Und ein Kordelzug muss eingearbeitet sein.“

    „Vielleicht kann Janet diesen Job übernehmen. Es würde ihr viel bedeuten.“

    „Jeder druckt sein eigenes Hotel-Logo auf die Tasche, richtig?“

    Das Gespräch setzt sich fort, alle sprechen sehr schnell und über die anderen hinweg.

    „Es wäre schön, wenn sie diesen Auftrag bekommen würde.“

    „Das wäre echt toll.“

    Der tropische Zyklon Pam, der eine Geschwindigkeit von 280 Kilometern pro Stunde erreichte, war eine der schlimmsten Naturkatastrophen, die der südpazifische Inselstaat Vanuatu jemals gesehen hat. Caroline Mason sah die Verwüstung mit eigenen Augen, als sie 750 Patchwork-Decken, die ihre Freunde in Neuseeland angefertigt hatten, nach Vanuatu lieferte. Sie sah jedoch noch viele andere Dinge: „Eine Frau lud mich in ihre kleine Behausung ein und zeigte mir, wie das salzige, schlammige Wasser des Flusses durch ihr Haus gedrungen war und ihre handbetriebene Nähmaschine zerstört hatte“, sagt Mason. Nach meiner Rückkehr konnte ich das Bild der verschlammten, rostigen Maschine einfach nicht mehr vergessen.“ Sie begann darüber nachzudenken, was sie noch tun könnte.

    Es stellte sich heraus, dass noch viel getan werden konnte.

    Als Caroline hörte, dass die Kiwanier Neuseelands schon seit mehr als 20 Jahren Container mit Materialien – von Schulbüchern bis hin zu Einrichtungsgegenständen für die Schule – nach Vanuatu schickten, fasste sie den Entschluss, sich ebenfalls zu beteiligen. Im Januar 2016 trat sie dem Kiwanis Club Matamata, Neuseeland, bei. In den Containern, die nach Vanuatu, 3.200 Kilometer entfernt über das Meer, geschickt werden, befinden sich jetzt Materialien für das Nähprojekt Threads Across the Pacific.

    „Die Großzügigkeit der Kiwanis-Mitglieder Neuseelands ist einzigartig. Unser Threads-Projekt bekommt so viel Platz in den Containern zugewiesen, wie wir brauchen“, sagt sie. „Auch der Kiwanis-Club Port Vila (Vanuatu) steht uns bei diesem Unterfangen hilfreich zur Seite. Der Club kümmert sich um die Hafen- und Zollabfertigung und lagert die Maschinen und Kartons, bis wir anreisen, um unsere Workshops durchzuführen.“

    Freunde in Neuseeland opfern zahllose Stunden, um die angelieferten Materialien zu sortieren, zu stapeln und zur Verfrachtung nach Vanuatu zu verpacken. Sobald die Fracht in Vanuatu angekommen ist, versammelt sich eine tatkräftige neuseeländische Expat-Gemeinde um sie herum, die die Materialien entgegennimmt. Die Helfer kümmern sich ums Auspacken, Sortieren und Stapeln der Materialien. Ein derart großes Projekt kann nur erfolgreich sein, wenn ausreichend Unterstützung geboten wird.

    Caroline und einige Freunde aus ihrer Nähgruppe, Kay Gray, Alison Leslie und Jeanne Brown, schlängeln sich durch die Reihen von Frauen, die an Schultischen in einem nagelneuen Schulgebäude in Mele Bay sitzen. Diese Frauen sind hier, um Nähen zu lernen. Das wird deutlich, als Alison um die Aufmerksamkeit aller bittet.

    „Ich weiß, dass ihr gerade an euren Schildkröten arbeitet. Ich möchte jedoch gerne, dass ihr euch um mich herum versammelt, um einen Moment mit mir über Shorts zu reden“, sagt sie. 

    Die Frauen kommen sofort zusammen, um Anleitungen zu erhalten. Alison hält sich die Papiervorlage an ihre Hüften, um zu erklären, wie daraus ein Paar Shorts genäht werden. Janet Kaltovei ist eine der Frauen in dieser Gruppe für Fortgeschrittene. Es ist genau diejenige Janet, über die die Kiwi-Kursleiter früher am Tag, während des Mittagessens, gesprochen haben. Caroline und die anderen Kursleiter haben Janet dazu ausgewählt, eine wichtige Aufgabe zu übernehmen.

    „Unsere Kurse zielen hauptsächlich darauf ab, den Frauen und Schulmädchen Vanuatus den Umgang mit elektrischen Nähmaschinen und das Nähen beizubringen. Somit können sie Kleidungsstücke für sich und ihre Familien nähen oder die genähten Produkte an Dorfbewohner oder Besucher verkaufen, die per Kreuzfahrtschiff zur Insel kommen“, sagt Caroline. „Zusätzlich möchten wir Frauen identifizieren, die noch einen Schritt weiter gehen möchten und Interesse daran haben, anderen Frauen und Mädchen Nähunterricht zu erteilen.“

    Sehen Sie, wie Ni-Van-Schülerinnen bei einer Modeschau am Strand ihr Können unter Beweis stellen.
    Sehen Sie, wie Ni-Van-Schülerinnen bei einer Modeschau am Strand ihr Können unter Beweis stellen. 
    Janet wird eine dieser Frauen sein.
     
    Johanna Taravaky hat womöglich die schönste Nähmaschine im ganzen Raum. Sie ist eine der wenigen Frauen im Kurs, die ihre eigene Nähmaschine besitzen. Das gute Stück ist eine handbetriebene, schwarz und goldfarben lackierte Singer, die einen erkennbaren Klang hat. Johanna lacht und fordert die anderen Frauen dazu auf, zuzuhören. Sie ist davon überzeugt, dass ihre Maschine singt. Ihre Nähmaschine ist eine von insgesamt zwei handbetriebenen Geräten. Alle anderen Nähmaschinen sind neuer und elektronisch und stammen aus Neuseeland. (Caroline sagt, dass von jetzt an nur noch neue Maschinen benutzt werden sollen, damit die Kursleiter ihre Zeit nicht damit vergeuden müssen, alte Maschinen zu reparieren. Sie offenbart eine Überraschung: Nach dem Nähkurs darf jede Frau ihre Nähmaschine mit nach Hause nehmen.)

    Johanna ist sehr geschickt beim Nähen. Sie hat eine leise, angenehme Stimme und ist nicht ganz so schüchtern wie viele der anderen Frauen um sie herum. Sie ist zur Sprecherin der Gruppe geworden.

    „Ich spreche für viele von uns. Wir sind sehr glücklich“, sagt sie. „Ich finde dieses Programm sehr gut. Es ist das erste Mal in unserem Leben, dass Leute von außerhalb gekommen sind, um bei uns einen Workshop durchzuführen. Die Mütter und Dorfbewohner sind sehr glücklich. Wir werden Artikel für die Touristen nähen. Wir werden alle gemeinsam arbeiten. Ich bin sehr stolz und glücklich.“

    Lina Willie und Susan Taravaki sitzen nebeneinander und helfen den anderen Frauen oft, wenn es Probleme mit dem Faden oder beim Einfädeln gibt oder um die Maße noch einmal zu überprüfen.

    Es ist leicht zu erkennen, welche der Frauen Freude daran haben, eine leitende Position zu übernehmen und anderen zu helfen. Diese Aufgabe macht genauso viel Spaß wie die Fertigstellung eines schönen Kleides oder einer Tasche. Lina und Susan stehen jederzeit hilfsbereit zur Verfügung.

    „Ich habe schon vorher viel genäht. Aber die Qualität meiner Arbeit hat sich stark verbessert, als ich an diesem Kurs teilgenommen habe“, sagt Lina. „Ich freue mich darauf, meine genähten Stücke zu verkaufen und somit etwas Geld zu verdienen. Ich habe so viel gelernt.“

    Susan ist sehr stolz auf die Artikel, die sie in dieser Woche fertiggestellt hat. „Ich bin glücklich“, sagt sie. „Ich habe vorher schon mal etwas genäht: ein Inselkleid. Vielleicht nähe ich jetzt andere Kleider. Ich finde, es ist wichtig, dass Frauen Fähigkeiten wie diese erwerben. Ich bin unabhängiger und kann meiner Familie helfen. Ich möchte mich für die Kenntnisse und Fertigkeiten, die uns gelehrt wurden, bedanken. Ich bin gesegnet.“

    Janet Kaltovei nahm im Jahr 2015 zum ersten Mal am „Threads Across the Pacific“-Workshop teil. Jetzt ist sie selbst Kursleiterin und es ist ihre Aufgabe, das Erlernte auch anderen Ni-Van-Frauen beizubringen. Janet hat im Workshop für große Aufregung gesorgt. Ein Vertreter eines neuen Resorts hatte bei Janet nachgefragt, ob sie einfache Wäschebeutel für das Resort anfertigen könnte. Aus dieser Anfrage könnte sich ein richtiger Job, ein gutes Einkommen, ergeben. Während sich die Kursleiter im Zimmer umherbewegen, kommt das Gespräch immer wieder auf Janets potentiellen Auftrag. Jeden Moment kann der Anruf kommen. Dann wird sie erfahren, ob sie den Job bekommen hat oder nicht.

    „Janet ist eine fleißige Arbeiterin“, sagt Alison. „Sie hat an unserem ersten Workshop teilgenommen und ist im Nähen sehr bewandert. Sie leistet ausgezeichnete Arbeit. Sie lernt gerne und freut sich immer darauf, neue Schnittvorlagen auszuprobieren. Sie kann es kaum abwarten, bis sie neue Vorlagen und Muster bekommt.“

    Ein Tag vergeht. Jeder im Dorf freut sich über den „Threads Across the Pacific“-Workshop. Auch in der Beach Bar erkundigt man sich täglich: „Wie geht es den Damen und Müttern?“ Es hat sich herumgesprochen, dass es zum Abschluss des Workshops eine Modeschau geben soll. Jeder will wissen, wann und wo die Modeschau stattfindet.

    Janet sitzt etwas abgesondert im Klassenzimmer und näht. Viele Frauen sind neugierig und wollen wissen, ob sie schon etwas erfahren hat. 

    „Die gute Nachricht ist, dass ich heute eine Zusage für den Auftrag erhalten habe“, sagt sie mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht.

    Sie scheint erleichtert zu sein, nachdem sie die Frage beantwortet hat. „Ich bin so froh, dass ich den Auftrag bekommen habe. Ich bin dankbar, dass ich Alison vor einem Jahr kennengelernt habe, die vieles mit mir geteilt hat. Sie steht auch jetzt wieder an meiner Seite. Sie hat mir Projekte und Vorlagen bereitgestellt, an denen ich arbeiten kann und die ich mit den anderen Frauen teilen kann. Caroline ist jetzt dabei, andere Kursleiter zu organisieren, und ich werde diejenige sein, die diese Personen anlernen wird. Ich werde andere Frauen bei mir zu Hause unterrichten. Ich freue mich, dass ich helfen kann.“

    Caroline steht im Hintergrund und hilft ihren Schülern. Sie spricht ihnen ermutigend zu. 

    „Sehr schön! Das hast du gut gemacht! Gerade Stiche, gerade Naht. Hier geht’s los …“

    Geschichte und Bilder von Kasey Jackson


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  • Ein Apfel am Tag…

    Mrz 24, 2017

    An innovative iPad program calms kids before surgery.

    Heutzutage ist es nicht ungewöhnlich, Kinder zu sehen, die gebannt auf diene Bildschirmfläche ihrer iPads oder Smartphones starren. Die Technologie eignet sich hervorragend zur Ablenkung während Reisen, in Restaurants und –- wie der Kiwanis Club Alabama erfahren hat – auch in Krankenhäusern. Justin Fincher, vom Kiwanis Club Homewood-Mountain Brook, machte persönlich die Erfahrung mit  einem verängstigten, schreienden Kind im Operationssaal. Kurz darauf führte Children’s of Alabama –— ein pädiatrisches Gesundheitssystem— – im Benjamin- Russell- Krankenhaus ein iPad-Programm ein, um junge Patienten, denen eine Operation bevorstehtand, abzulenken und zu unterhalten.

    „Ich standehe im Operationssaal und bereitete alles für den nächsten Eingriff vor. Auf dem Operationstisch lagiegt ein kleines, weinendes Kind“, sagt Fincher, ein Operationstechniker der Chirurgie von Children’s of Alabama. „Die Leute hattben versucht, ihn zu beruhigen und von den Gedanken an und dem Wunsch nach seiner Mama und seinem Papa abzulenken. Endlich kamkommt eine der Krankenschwestern auf die Idee, und  holt ihr iPhone herauszuholen. Der Junge war sofort abgelenkt. Da stellte ich mir die Fragekam mir der Gedanke, warum wir das nicht immer so machen. Im Operationssaal hängen 55- Zoll große Fernsehgeräte für die Chirurgen. Warum können wir auf diesen Geräten nicht einfach Zeichentrickfilme ablaufen lassen, während die Kinder auf ihre Operation warten?“

    Anstelle von Zeichentrickfilmen werden jedoch Spiele und Shows auf iPads vorgeladen. Die Patienten können sich damit ablenken, bis sie auf dem Operationstisch einschlafen. Fincher erinnert sich an einen schwierigen Fall. Das Pflegepersonal hatte Probleme, ein autistisches Kind auf die Operation vorzubereiten.

    „Sie wollten ihm eine Infusion legen und der Junge versteckte sich unter seiner Decke“, sagt Fincher. „Ich habe ihm ein iPad hingehalten und sein Arm kam sofort unter der Decke hervor.“

    Mit dem iPad konnte man ihn lange genug beruhigen, um die Vorbereitungen für den Eingriff widerstandslos abzuschließen. „Durch diese Methode wollen wir die Zahl der Kinder vermindern, denen wir ansonsten Medikamente verabreichen müssten“, sagt Fincher. „Bis jetzt ist uns das dDank diesem Programm gelungen.“

    Als die Mitglieder des Kiwanis Clubs Homewood-Mountain Brook von diesem Programm und dessen Erfolg gehört hatten, wollten sie unbedingt auch helfen. Der Club sammelte 15.740 USD ein. Das Programm konnte durch diesen Betrag zusätzlich um 10 iPads für das Krankenhaus Children’s South und 10 iPads für die Operationssäle des Lowder Buildings erweitert werden.

    „Diese Entscheidung ist uns nicht schwer gefallen“, sagt der Clubpräsident Jamie Brabston. 

    „Wir mussten gar nicht darüber nachdenken. Wir fanden diese Idee einfach toll.“

    Geschichte von Kimiko Martinez

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  • Fiesta Noche del Rio

    Feb 20, 2017

    Bei der Fiesta Noche del Rio am River Walk von San Antonio ist ein Wirbel bunter Farben zu sehen.
    Bei der Fiesta Noche del Rio am River Walk von San Antonio ist ein Wirbel bunter Farben zu sehen

    Aaron Rios knöpft sich hinter der Bühne des Arneson-River-Theaters sein frisch gestärktes weißes Hemd zu. Die hohe Luftfeuchtigkeit, die während der Sommermonate in San Antonio herrscht, ist sehr unangenehm. Aber Aaron will sich nicht beschweren. Seit bereits fünf Jahren opfert der Mariachi-Musiker seine Wochenenden, um bei der von Kiwanis produzierten Show Fiesta Noche del Rio aufzutreten. Er ist leidenschaftlicher Musiker, und als solcher möchte er seinen Zuhörern ein atemberaubendes musikalisches Erlebnis bieten. Und genau darum geht es bei dieser Show. Aber es geht auch darum, etwas an die Gemeinschaft zurückzugeben. Deshalb ist er hier, inmitten der Sommerhitze, und bereitet sich auf seinen Auftritt vor. „Es gibt Dinge, die aus einem bestimmten Grund geschehen“, sagt Rios. „Ich war an der Reihe, etwas zurückzugeben.“

     Die Musiker der Fiesta Noche del Rio führen ihre Zuhörer auf eine kulturelle Rundreise durch Mexiko, Argentinien, die Karibik, Spanien und Texas
    Die Musiker der Fiesta Noche del Rio führen ihre Zuhörer auf eine kulturelle Rundreise durch Mexiko, Argentinien, die Karibik, Spanien und Texas

    Im Jahr 2009 kam Riosʼ Sohn auf die Welt. Leider wurde das Kind zu früh geboren und musste zwei Monate lang im Krankenhaus bleiben, bevor es nach Hause kam. Während dieser Zeit erhielt die Rios-Familie von mehreren lokalen Kinderorganisationen Unterstützung.„Es hat mich tief berührt, dass sich Menschen, die uns nicht einmal kannten, ohne eine Frage nach irgendwelchen Qualifikationen für uns eingesetzt haben“, sagt Rios. „Jeden Tag riefen diese Organisationen bei uns an oder sie kamen vorbei und fragten, ob wir etwas brauchten oder ob sie etwas für uns tun könnten. Als ich hörte, welchen Zweck diese Show verfolgt, wusste ich sofort, dass ich mit von der Partie sein wollte.“

    Die Produktion der Fiesta Noche del Rio wird seit 1957 ununterbrochen vom Kiwanis Club Alamo Charities Inc. geleitet. Mehr als 2,75 Millionen USD wurden durch diese Show bisher für lokale Kinderhilfsorganisationen wie diejenige, die Rios und seiner Frau geholfen haben, eingenommen. Die Show wird von Kiwanis-Mitgliedern aus San Antonio unterstützt, indem sie Sponsoren ausfindig machen, Eintrittskarten verkaufen und bei den Veranstaltungen helfen.

    Die Show war ursprünglich dazu gedacht, Besucher zum River Walk zu locken. Die damalige Hauptdarstellerin war die berühmte Rosita Fernandez, „San Antonio’s First Lady of Song“. Im Verlauf von 60 Jahren hat diese Show einfach alles geboten: von traditionellem Folkloreprogramm über eine Tejano-Show bis hin zu einer Show im Las-Vegas-Stil mit dem Choreografen Felipe de la Rosa, der die Choreografie für Charo geleitet hat.

    „Wir führen unsere Zuhörer auf eine Rundreise“, sagt Elizabeth „Lisa“ Sanchez-Lopez, die schon seit 25 Jahren an der Fiesta beteiligt ist. Sie hat als Tänzerin begonnen und ging dann zur Choreografie und zum Singen über. Im Jahr 1995 wurde sie zur Direktorin der Show ernannt.

    Die Bühne des Arneson-Theaters ist vom Anfang bis zum Ende eine Flut von farbenprächtigen Kleidern und Kostümen. Professionelle Darsteller bieten eine vielfältige Mischung der reichhaltigen kulturellen Traditionen des Landes und vieles mehr. Flamenco, Tango, Salsa und karibische Klänge – und sogar Country- und Westernmusik – sind am River Walk zu hören und begeistern die Zuhörer, die entweder im Theater sitzen, vorbeispazieren oder in den Tourbooten vorbeifahren.

    „Die 20 USD Eintritt lohnen sich auf jeden Fall“, sagt Sanchez-Lopez. „Wir hatten Gäste aus New York, die sagten, unsere Show sei genauso gut wie eine Broadway-Show.“

     Die Musiker der Fiesta Noche del Rio führen ihre Zuhörer auf eine kulturelle Rundreise durch Mexiko, Argentinien, die Karibik, Spanien und Texas

    Die Darsteller des Arneson-Theaters erhalten jedoch nicht die gleiche Vergütung wie die Darsteller eines Broadway-Theaters. Die Beteiligung an der Show erfordert viel Engagement. Jeden Freitag und Samstag in den Monaten Mai bis August finden die Aufführungen statt. Das Vorsingen beginnt im Dezember und die Proben im Januar. Und trotz alledem kommen die Tänzer, Sänger und Musiker wie Rios jedes Jahr wieder zurück.

    Rios und die Mitglieder seiner Band könnten das Vierfache von dem verdienen, was sie bei der Fiesta verdienen. Trotzdem sind sie nach fünf Jahren immer noch hier und haben auch nicht vor, irgendwo anders hinzugehen.

    „Wir verfolgen einen bestimmten Zweck. Aus diesem Grund ist jeder Einzelne von uns so engagiert“, sagt Sanchez-Lopez. „Wir wollen erfolgreich sein, damit der Zweck, den wir verfolgen, erfolgreich ist.“

    Den Grund ihrer Bemühungen sehen die Darsteller unmittelbar, wenn sie die Organisationen besuchen, die von der Fiesta Noche del Rio profitieren, und die Kinder sehen, deren Leben sie beeinflusst haben.

    „Künstler benehmen sich oft wie Diven. Diese Einstellung ändert sich aber schlagartig, wenn wir dieses Umfeld betreten“, sagt Sanchez-Lopez. „Wir geben unser Bestes, um eine hervorragende Show zu präsentieren und so viel Geld wie möglich für diese guten Zwecke einzusammeln.“

     Die Musiker der Fiesta Noche del Rio führen ihre Zuhörer auf eine kulturelle Rundreise durch Mexiko, Argentinien, die Karibik, Spanien und Texas

    Der Abendhimmel ist dunkel, die Stimmung ist hervorragend. Die Zuschauer tanzen zu Salsa und „Cotton-Eyed Joe“. Kurz vor Ende der Show schließt sich die gesamte Besetzung der Fiesta Noche del Rio den Mariachi-Musikern, geführt von Rios, an.
    „Es ist unglaublich, an dieser Show mitzuwirken, es ist einfach magisch“, sagt Rios. Wir zaubern ein Lächeln auf die Gesichter unseres Publikums. Das ist genau das, was wir beachsichtigen.“

    Das … und dafür Sorge zu tragen, dass andere Familien der Region genau dieselbe Unterstützung und Chance bekommen, die seine Familie erhalten hat – dass die Kinder in San Antonio einen Grund zur Freude haben.

    Geschichte von Kimiko Martinez | Bilder von Carlos Javier Sanchez


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  • Eine zweite Chance

    Feb 20, 2017

    OliviaRose

    OliviaRose schreit. Ihre Mutter und Großmutter versuchen sie festzuhalten, was nicht ganz einfach ist. OliviaRose will mit dieser ganzen Sache nichts zu tun haben. Und kein Mensch bei klarem Verstand könnte ihr das jemals verübeln. Neben ihr steht ein Fremder mit einer Säge in der Hand. Er schaltet das Gerät ein und das kleine Mädchen schreit in ihrer Verzweiflung noch lauter. Ihre Mutter drückt ihr zum Trost ein kleines Stofftier in die Hand. OliviaRose, ein robustes und temperamentvolles 19 Monate altes Mädchen, wirft das Stofftier auf den Boden.

    Die Erwachsenen um OliviaRose herum lächeln und unterhalten sich. Man merkt, dass die Situation nicht ganz so schlimm ist, wie es aussieht. Szenen wie diese gehören eigentlich zum Alltag im Kiwanis-Traumainstitut für Kinder, im Floating Hospital for Children, einem Bereich des Tufts Medical Center in der Innenstadt von Boston, Massachusetts.

    Heute soll bei OliviaRose der Gips abgenommen werden. Das Ganze sieht schlimmer aus als es eigentlich ist. Nach weniger als zehn Minuten hat sich OliviaRose wieder beruhigt und sie steht mit voller Belastung auf beiden Beinen – ohne den rosa Gips, der noch kurz zuvor ihre Hüfte und ihren Oberschenkel bedeckt hatte.

    OliviaRose wurde in das Floating Hospital for Children gebracht, nachdem sie in ihrer Hofeinfahrt von einem Auto angefahren worden war. Der Oberschenkel war gebrochen und OliviaRose verbrachte drei Tage im Kiwanis-Traumainstitut für Kinder, im Floating Hospital for Children, wo sie bestens versorgt wurde.

    Das Kiwanis-Traumainstitut (KPTI) begann im Jahr 1981 als Partnerschaft zwischen dem Kiwanis-Distrikt New England und dem Floating Hospital for Children, im Tufts Medical Center. Kinder wie OliviaRose erhalten in der Notfallaufnahme der pädiatrischen Abteilung die allerbeste Versorgung. Die Einrichtung wurde vom American College of Surgeons als Level 1 Pediatric Trauma Center eingestuft. Der Bedarf an Einrichtungen dieser Art ist groß. Traumatische Verletzungen sind die Hauptursache für Todesfälle und Behinderungen bei Kindern - mehr als bei allen anderen Krankheiten zusammengenommen.

    Lisa Torigian, OliviaRoses Großmutter, lobt die hervorragende Versorgung, die ihre Enkeltochter im Krankenhaus erhalten hat.

    „Jeder war so hilfsbereit“, sagt Torigian. „Nach dem Unfall benötigten wir einen besonderen Autositz. Die Sozialarbeiter des Krankenhauses und des KPTI haben uns einen Gutschein überreicht, mit dem wir diesen Sitz umsonst bekommen haben. Die Krankenschwestern haben uns ein Zimmer zur Verfügung gestellt und uns Essensgutscheine geschenkt.“

    KIWANIS-FÜRSORGE
    Anne Keliher und Leslie Rideout
    Anne Keliher und Leslie Rideout

    Leslie Rideout ist nur eine von vielen Personen, die sich während ihres Aufenthalts im Floating Hospital for Children um die Versorgung von Olivia Rose gekümmert habent. Rideout ist Kinderkrankenschwester und Koordinatorin des KPTI. Sie hat alle Hände voll zu tun. Zu ihrem Aufgabenbereich gehören u.a.: die Koordination der Versorgung von Familien, die Aufklärung der Familien über bestimmte Traumata, die Aufzeichnung von Notizen während Beratungsgesprächen zwischen den Patienten und dem Arzt, Besuche bei den Familien, die Beschaffung von geeigneten Autositzen für Kinder, die Verteilung von Fahrradhelmen und die Bereitstellung anderen Sicherheitsinformationen.

    Rideout liebt ihre Arbeit. Schon seit 15 Jahren arbeitet sie in diesem Krankenhaus. Stolz erzählt sie von den Anfängen dieser Einrichtung, die damals als schwimmendes Krankenhaus begonnen hat.

    „Das Schiff fuhr nur während der Sommermonate“, sagt sie. „Patienten und Familien waren auf dem Schiff zugelassen. Viele glaubten, dass die Meeresluft besonders gut für die Gesundheit ist.“

    Das ursprüngliche Boston Floating Hospital
    Das ursprüngliche Boston Floating Hospital
    Das Floating Hospital wurde im Jahr 1894 gegründet. Das Krankenhausschiff wurde durch den Boston Harbor geschleppt und versorgte im ersten Jahr mehr als 1.000 Kinder. Der Geschichte zufolge hat die Partnerschaft mit Kiwanis auch auf dem Wasser begonnen. Der Zahnarzt Harold „Hap“ Gerrish aus Maine, selbst Kiwanis-Mitglied und ehemaliger Präsident der Kiwanis-Stiftung von New England, und andere Kiwanis-Mitglieder befanden sich auf dem Schiff, als darüber gesprochen wurde, was man alles für pädiatrische Patienten tun könnte.

    „Bislang hatte sich in der Forschung zu Kinderunfällen nicht viel getan. Und gerade für dieses Thema wurde großes Interesse gezeigt”, sagt Rideout. „Die Kiwanier hatten sich bereits an mehrere Krankenhäuser in Boston gewandt und wurden immer wieder zurückgewiesen. Schließlich wurde die Verbindung mit Tufts aufgenommen und Tufts willigte ein. Nun besteht unsere Partnerschaft schon seit mehr als 35 Jahren.“

    Laut Rideout hat Kiwanis das Programm mit Millionen von Dollar finanziert. Freiwillige haben wichtige Sicherheitsinformationen ausgeteilt und Aufklärungsarbeit zur Vermeidung von Unfällen geleistet.

    „Ohne Kiwanis wären wir nicht hier“, sagt sie. „Die Arbeit, die Circle K und Key Clubs leisten, ist einzigartig. Diese Jugendclubs sammeln viele Spendengelder ein. Die Sachverständigen, die zur Begutachtung (für den Status Traumastufe 1) kommen, sagen immer wieder, dass unsere größte Stärke in unserer Zusammenarbeit mit Kiwanis liegt. Unsere Partnerschaft funktioniert wunderbar und ist einzigartig.“

    WIR SIND DIE KIWANIER
    John Maihos 
    John Maihos
    Wenn es darum geht, darüber zu reden, wieviel Geld dem KPTI-Programm zufließt, ist John Maihos der richtige Ansprechpartner. Er ist der letztjährige Past President der Kiwanis Foundation von New England. Drei Jahre lang hat er in diesem Amt gedient und kennt sich mit den zahllosen Fahrradrodeos, die im Distrikt New England stattgefunden haben, genauestens aus. Er hat die Fakten über Kinderunfälle und kann belegen, wie diese durch die Anwendung von Sicherheitsmaßnahmen vermieden werden können. Außerdem weiß er auch, wie wichtig der Einsatz ist, den Kiwanis leistet.

    „Beim KPTI-Programm handelt es sich um eine Gemeinschaftsinitiative. Durch dieses Programm wird der Bekanntheitsgrad unseres Namens in der Öffentlichkeit gesteigert“, sagt er. „Bei der Frage, ob man schon mal etwas von Kiwanis gehört hat, kann man mit diesem- und vielen anderen Beispielen aufzeigen, wofür Kiwanis steht. Es ist wichtig, dass unser Bekanntheitsgrad gesteigert wird. Aber es ist noch wichtiger, dass wir auf das Leben der Kinder Einfluss nehmen.“

    „Jeder ist betroffen, wenn er hört, dass ein Kind verletzt worden ist. Leider sind viele auch persönlich betroffen. Das Kind eines Kiwanis-Mitglieds aus Danvers, Massachusetts, verunglückte bei einem lokalen Fest. Als der Vater mit seinem Kind in den Rettungshubschrauber einstieg, wurde ihm bewusst, dass er in ‚unserem‘ Kiwanis-Traumainstitut landen würde. Er realisierte, dass er über unser Programm, zu dem er seinen persönlichen Beitrag geleistet hatte, versorgt werden würde. 

    „Wir spielen eine sehr wichtige Rolle. Wir sind zwar keine Ärzte, aber wir sind Kiwanier. Wir unterstützen das Gemeindeprogramm. Wir verspüren eine Verbundenheit mit diesem Programm und so eine Art Besitzerstolz. Es war ein sehr emotionaler Augenblick für den Vater und beim Erzählen dieser Geschichte wurden alle im Zimmer anwesenden Kiwanier emotional, weil ihnen bewusst wurde, dass wir durch dieses Programm, das von uns ins Leben gerufen worden ist, das Leben dieses Kindes gerettet haben.“

    „Jeden Tag verunglücken Kinder, die wir nicht kennen und zu denen wir keine emotionale Verbindung haben. Und dennoch tragen wir dazu bei, im Leben dieser Kinder etwas zu bewirken. Das ist das Wichtigste, was wir tun können.“

    Geschichte und Bilder von Kasey Jackson
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  • Die beste Woche des Jahres

    Jan 24, 2017

    Die Kinder im Camp Casey lassen sich von ihren körperlichen Behinderungen nicht davor abhalten, den Spass ihres Lebens zu haben.
    Die Kinder im Camp Casey lassen sich von ihren körperlichen Behinderungen nicht davor abhalten, den Spass ihres Lebens zu haben.

    Der Countdown beginnt unmittelbar nachdem die Baracken im August schließen. Die aufgeregten Camper freuen sich schon auf die sieben Tage Spaß, die sie nächstes Jahr im Kiwanis Camp Casey in Whidbey Island, Washington, erleben werden.

    Camp Casey ist ein Ort, an dem körperlich behinderte Kinder im Alter von sechs bis 17 Jahren an den Erlebnissen, die ein Sommer-Camp anzubieten hat, teilnehmen können. Die jährlichen Kosten von 45.000 USD, die für den Betrieb des Camps notwendig sind, werden komplett vom Kiwanis Club North Central Seattle und mehreren lokalen Sponsoren übernommen. Dank dieser Unterstützung können jährlich 100 Kinder am Camp teilnehmen.

    Jeden Sommer, seit 85 Jahren, bietet das Camp Kindern mit Spina Bifida, Amputationen, Zerebralparese und Muskeldystrophie sichere und interaktive Aktivitäten an. Die Kinder werden als Individuen behandelt. Sie sind nicht von ihren körperlichen Einschränkungen geprägt. Jedes Kind hat die Möglichkeit zu reiten, an Talentwettbewerben teilzunehmen, Go-Kart-Rennen zu fahren oder Tanzen zu lernen.
    Die Direktorin des Camps, Barbara Williams, hat persönlich erlebt, welche Auswirkungen diese Erfahrungen auf die Teilnehmer des Camps haben.

    „Die Kinder befinden sich in Gesellschaft anderer Kindern mit ähnlichen Behinderungen und sehen, wie unabhängig diese sind“, sagt Williams. „Die Kinder bauen zu den Betreuern eine besondere Verbindung auf.“

    Schon als Teenager leistete Williams Freiwilligenarbeit und erkanntes sehr früh, welchen Wert das Camp für die Gemeinde bringen würde.

    „Service, Freude und Freundschaft“, sagt Williams. „Das sind die Dinge, die das Leben lebenswert machen.“

    Geschichte von Lydia Johnson


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